Roaming-Gebühren: Die Drei Wege, sie zu Vermeiden

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Ein Flugzeug steht in der Dämmerung auf dem Vorfeld in Heathrow, gesehen durch ein Fenster im Terminal.
Über die Roaming-Gebühren ist an dieser Stelle längst entschieden. Was auf der Rechnung steht, bestimmt das Netz, in das sich dein Handy nach der Landung einbucht.

Eine Roaming-Gebühr ist das, was dir dein Netzbetreiber dafür berechnet, dass du in einem fremden Netz unterwegs bist. Er zahlt dem örtlichen Betreiber einen Großhandelspreis und stellt dir einen Endkundenpreis in Rechnung. Außerhalb weniger regulierter Regionen bestimmt er den Abstand zwischen diesen beiden Zahlen ganz allein.

Deshalb kostet dieselbe Reise den einen nichts und den anderen mehrere hundert Dollar, je nachdem, welchen Vertrag er zufällig hat. Bevor du irgendetwas vergleichst, prüfe, ob du längst abgesichert bist. Eine in der EU ausgegebene Leitung ist es innerhalb der EU und braucht von alldem hier nichts.

Wofür du tatsächlich zahlst

Roaming ist nicht ein Preis, sondern drei. Getrennt abgerechnet, und leicht zu verwechseln:

  • Daten, pro Megabyte oder als Tagespass. Hier landet fast das ganze Geld.
  • Anrufe, und zwar ungewöhnlicherweise auch die, die du annimmst, nicht nur die, die du führst.
  • Gesendete SMS. Eine empfangene SMS ist normalerweise kostenlos.

Bei den großen Netzbetreibern hat der Tagespass die Abrechnung pro Megabyte weitgehend abgelöst, und das ist ein Fortschritt. Ein Pass, der für jeden einzelnen Tag von drei Wochen berechnet wird, bleibt trotzdem eine teure Art, Daten zu kaufen.

Der Schutz, den du schon hast

Das lohnt sich zu wissen, bevor du irgendetwas kaufst, denn es kostet nichts und es wirkt. In Großbritannien zum Beispiel verpflichtet Ofcom die Netzbetreiber zu einer Warnung, sobald du in ein anderes Land einreist, samt Erklärung der Preise, die von da an gelten. Ähnliche Regeln gibt es in vielen Märkten.

Für britische Reisende galt einmal eine gesetzliche Obergrenze für Daten im Ausland: 45 Pfund im Monat, mit Warnungen bei 80 % und bei 100 % davon, aus dem EU-Recht übernommen durch die Mobile Roaming (EU Exit) Regulations 2019. Diese Pflicht lief 2022 aus und wurde nicht ersetzt. Die meisten britischen Netzbetreiber behielten die Grenze freiwillig bei, was nicht dasselbe ist, wie sie zu haben: Frag deinen Netzbetreiber, wie hoch dein Limit wirklich liegt, und setz selbst eines, falls die Antwort keines nennt. Wenn du vor der Reise sonst nichts erledigst, dann das.

Ein belebter vietnamesischer Straßenmarkt mit Mopeds und offenen Ladenfronten.
In manchen Ländern bleibt die hier gekaufte lokale SIM-Karte das Günstigste, und sie kostet dich trotzdem eine Warteschlange, einen Scan deines Passes und deine eigene Rufnummer.

Tarife, die den Vergleich lohnen

Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.

Drei Wege, und was sie kosten

Grob nach Kosten sortiert, das Günstigste zuerst:

  1. Schalte das Daten-Roaming aus und nutze nur WLAN. Kostet nichts und trägt eine kurze Reise wirklich, wenn du Karten und Medien vorher herunterlädst. Der Preis dafür: Zwischen zwei WLAN-Punkten bist du für Daten nicht erreichbar.
  2. Kauf eine Reise-eSIM für dein Reiseziel, für ein einzelnes Land, eine Region oder weltweit, und behalte deine Heimleitung für Anrufe und SMS. Meist das beste Verhältnis von Preis und Leistung, und an deiner bestehenden Rufnummer ändert sich nichts.
  3. Nimm den Roaming-Pass deines Netzbetreibers. Am einfachsten, ohne jede Einrichtung, und pro Gigabyte mit deutlichem Abstand am teuersten.

Wo die regulierten Zonen aufhören

Regionale Abkommen decken mehr ab als früher, aber an den Rändern rutschen Reisende heraus. Die EU-Regelung reicht inzwischen über die 27 Mitgliedstaaten hinaus bis nach Island, Liechtenstein, Norwegen, in die Ukraine und nach Moldau, nicht aber in die Schweiz und nicht ins Vereinigte Königreich. Für britische Leitungen ist zuschlagsfreies Roaming seit Ende 2020 nicht mehr garantiert. Was ein britischer Netzbetreiber in Europa verlangt, entscheidet er also wieder selbst: Manche haben Gebühren erneut eingeführt, manche nicht.

Nordamerikanische Verträge bündeln oft Kanada und Mexiko und sonst gar nichts. Nimm von der Landkarte nichts an, sondern lies den Vertrag.

Ehrlich nachrechnen

Rechne die Summe für deine tatsächliche Reisedauer aus, nicht den Preis in der Schlagzeile. Ein Tagespass mal vierzehn Tage ist die Zahl, die es zu unterbieten gilt, und ein Reisetarif unterbietet sie meist bequem. Tarife nach Reiseziel, sortiert nach Preis pro GB.

Häufige Fragen

Was sind Roaming-Gebühren?
Das, was dir dein eigener Netzbetreiber dafür berechnet, dass du im Ausland im Netz eines anderen Betreibers unterwegs bist. Er zahlt einen Großhandelspreis und verlangt von dir einen Endkundenpreis. Außerhalb regulierter Regionen legt er die Spanne dazwischen selbst fest.
Wie vermeide ich Roaming-Gebühren vollständig?
Schalte das Daten-Roaming aus und verlass dich auf WLAN, oder nimm eine Reise-eSIM dazu und lass deine Heimleitung für Anrufe und SMS laufen. Ein Kostenlimit schützt dich in beiden Fällen zusätzlich.
Zahle ich für Anrufe, die ich im Ausland annehme?
Oft ja, und genau das überrascht viele. Ein angenommener Anruf im Roaming wird üblicherweise berechnet, eine empfangene SMS dagegen meist nicht.
Roamen britische Handys in Europa noch kostenlos?
Gesetzlich nicht. Die EU-Regeln gelten für britische Leitungen seit Ende 2020 nicht mehr, es hängt also ganz vom einzelnen Netzbetreiber ab: Manche behielten das kostenlose EU-Roaming, manche führten Gebühren wieder ein.

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