Was „unbegrenzt“ bei einem eSIM-Tarif wirklich heißt
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Kaum ein Unbegrenzt-Tarif im Mobilfunk kommt ohne Zähler aus. Üblich ist ein großzügiges Datenvolumen bei voller Geschwindigkeit, danach läuft die Verbindung für den Rest der Laufzeit gedrosselt weiter, oft drastisch gedrosselt. Ganz abgeschaltet wird sie nie, und darauf stützt sich das Wort.
Ein Schwindel ist das nicht automatisch. Dahinter steht ein echtes Produkt mit einem echten Zweck, und für manche Reisen ist es der richtige Kauf. Nur über den Preis allein lässt es sich mit einem Tarif mit festem Datenvolumen nicht vergleichen, und die Zahl, an der sich entscheidet, ob er zu dir passt, steht meist tief in den Bedingungen.
Die Zahl, an der alles hängt
Jeder Unbegrenzt-Tarif hat eine Fair-Use-Schwelle, also den Punkt, an dem die volle Geschwindigkeit endet. Das können 1 GB pro Tag sein, 10 GB für die ganze Laufzeit, oder eine Zahl, die der Anbieter nirgends nennt und sich trotzdem vorbehält.
Suche diese Zahl vor dem Kauf und halte sie gegen das, was du tatsächlich verbrauchst. Ein Unbegrenzt-Tarif mit einem Tagesvolumen von 1 GB ist ein Wochentarif mit 7 GB unter einem schöneren Wort. Kostet ein Tarif mit 5 GB weniger, ist der Vergleich damit entschieden.
Was hinter der Schwelle noch geht
Die Geschwindigkeit nach der Schwelle ist die zweite Zahl, nach der du suchen solltest. An ihr hängt, ob der Tarif danach noch brauchbar ist oder nur noch verbunden:
- 512 kbit/s bis 1 Mbit/s: Karten, Messenger und E-Mail laufen, Video nicht. Damit lässt sich leben.
- 128 kbit/s bis 256 kbit/s: Was aus Text besteht, lädt zäh, alles andere steht praktisch still.
- Keine Angabe. Rechne mit dem unteren Bereich, denn wer eine vorzeigbare Zahl hat, schreibt sie auch hin. Den Mechanismus dahinter erklärt wie Anbieter drosseln.
Tarife, die den Vergleich lohnen
Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.
Warum die einen die Zahl nennen und die anderen nicht
In regulierten Märkten ist die Offenlegung keine Freundlichkeit. Wer in den USA Breitband verkauft, Mobilfunk eingeschlossen, muss ein Etikett für Verbraucher veröffentlichen: Es weist das Datenvolumen aus und verweist auf die Regeln zum Netzmanagement, in denen die Drosselung steht.
Das Vereinigte Königreich nimmt sich nicht das Etikett vor, sondern das Wort selbst: der CAP-Leitfaden zu Unbegrenzt-Aussagen in der Breitband- und Telekommunikationswerbung lässt „unbegrenzt“ nur dort zu, wo die Einschränkungen maßvoll bleiben und einen durchschnittlichen Kunden nicht überraschen würden.
Die EU geht einen dritten Weg und schreibt die Schwelle ins Gesetz. Nach der Roaming-Verordnung, die bis 2032 gilt darf ein Netzbetreiber auf einen Inlandstarif, der im Ausland genutzt wird, eine Fair-Use-Grenze anwenden. Diese Grenze muss aber einer veröffentlichten Formel folgen statt einer Zahl nach eigenem Ermessen, und deshalb verhält sich ein unbegrenzter Heimtarif hinter der Landesgrenze anders.
Wer Reise-eSIMs weiterverkauft, fällt in aller Regel unter keines dieser Regelwerke. Niemand zwingt diese Anbieter, eine Schwelle zu nennen. Also nennen die einen sie, und die anderen überlassen sie den Nutzungsbedingungen. Dass eine Zahl fehlt, ist selbst eine Auskunft.
Wann sich unbegrenzt tatsächlich lohnt
Drei Fälle, und sie sind ernst gemeint, nicht widerwillig eingeräumt:
- Eine lange Reise, auf der sich der Verbrauch nicht abschätzen lässt und du sonst immer wieder aufladen müsstest.
- Viel Video oder dauerhafte Hotspot-Nutzung, bei der auch ein großes festes Datenvolumen zu Ende geht. Langsam schlägt dann gar nichts.
- Jede Reise, auf der du schlicht nicht daran denken willst. Einen Aufschlag dafür zu zahlen, dass kein Zähler mehr deine Aufmerksamkeit braucht, ist ein legitimer Kauf.
Nichts taugt er für die kurze Reise mit gewöhnlichem Verbrauch. Da ist ein Tarif mit festem Datenvolumen fast immer günstiger, und gedrosselt wird er nie.
Wie wir sie einsortieren
Wir sortieren nach dem Preis pro GB, und ein Unbegrenzt-Tarif hat keine Gigabyte-Zahl, durch die sich teilen ließe. In einer so sortierten Liste lässt er sich also nicht redlich einordnen. Wir zeigen ihn mit seiner Schwelle, wo der Anbieter eine nennt, und schreiben hin, wo er keine nennt, statt eine Zahl zu erfinden, damit die Rangfolge aufgeht. Tarife nach Reiseziel, und die Regeln der Rangfolge im Einzelnen.
Häufige Fragen
- Sind Unbegrenzt-Tarife bei eSIMs wirklich unbegrenzt?
- Selten. Die meisten geben ein Datenvolumen bei voller Geschwindigkeit und drosseln danach für den Rest der Laufzeit. Verbunden bleibst du, und darauf stützt sich das Wort.
- Wo finde ich die Fair-Use-Schwelle?
- Meist in den Nutzungsbedingungen. Nennt der Anbieter nirgends eine, werte das als Warnung und nicht als das Fehlen einer Grenze.
- Ist unbegrenzt günstiger als ein großer Tarif mit festem Datenvolumen?
- Nur auf langen oder schwer planbaren Reisen und bei viel Video oder Hotspot-Nutzung. Für eine normale Woche ist ein Tarif mit festem Datenvolumen meist günstiger, und gedrosselt wird er nie.
- Ist die Hotspot-Nutzung bei unbegrenzt dabei?
- Oft nicht, oder nur bis zu einem eigenen, kleineren Limit. Die Weitergabe an ein zweites Gerät ist der Teil eines Unbegrenzt-Tarifs, der am häufigsten beschnitten wird, prüfe sie also eigens.






