Eine eSIM Einrichten, ohne den QR-Code zu Scannen
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Der QR-Code ist nicht die eSIM. Er trägt zwei kurze Zeichenketten, nämlich die Adresse eines Bereitstellungsservers und einen Aktivierungscode. Tippst du beides von Hand ein, läuft genau dieselbe Einrichtung ab wie beim Scannen des Quadrats. Verzichtest du auf den Scan, geht dabei nichts verloren.
Damit löst die manuelle Eingabe eine ganze Familie von Problemen: einen Code, der an das einzige Handy geschickt wurde, das du besitzt, einen Ausdruck, den die Kamera nicht scharf bekommt, einen Scanner, der einen Screenshot ablehnt, ein zersprungenes Objektiv. Solange du die Zeichen lesen kannst, bekommst du den Tarif auf das Gerät.
Was in dem Code wirklich steckt
Decodiert ist ein typischer eSIM-QR-Code eine einzige Zeile, die mit LPA:1$ beginnt und danach zwei oder drei Felder trägt:
- Die SM-DP+-Adresse, also der Server, auf dem ein für dein Handy vorbereitetes Profil liegt. Die Adresse sieht aus wie ein Domainname.
- Den Aktivierungscode, eine lange Folge aus Buchstaben und Ziffern. Er legt fest, welches Profil herausgegeben wird.
- Gelegentlich einen Bestätigungscode, also eine kurze zusätzliche PIN, die der Anbieter danebenstellt.
Das Format hat sich kein Anbieter ausgedacht: Es stammt aus der GSMA-Spezifikation SGP.22 zur Bereitstellung von Profilen, weshalb dieselben zwei Felder auf jedem Handy funktionieren. Ein Detail daraus solltest du mitnehmen. Das Präfix LPA: gehört allein zur QR-Form, ein getippter Code beginnt erst bei der Formatziffer. Anbieter, die die manuelle Eingabe unterstützen, veröffentlichen die Teile direkt, meist neben dem QR-Bild in der Bestellmail oder in der App.
So trägst du die Angaben von Hand ein
Auf beiden Plattformen steht die Möglichkeit auf demselben Bildschirm, über den du einen Tarif hinzufügst, gleichberechtigt neben dem Scanner und nicht dahinter versteckt. Die Kamera kommt also gar nicht erst ins Spiel.
Auf dem iPhone
- Einstellungen, Mobilfunk, eSIM hinzufügen, in älteren iOS-Versionen Mobilfunktarif hinzufügen.
- Ganz unten auf diesem Bildschirm steht die Möglichkeit, die Angaben von Hand einzutragen. Apple führt das als eigenständigen Weg und nicht als etwas, das hinter der Kamera vergraben liegt. Den Scanner musst du also gar nicht erst öffnen.
- SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode in die jeweiligen Felder einsetzen, dazu den Bestätigungscode, falls du einen bekommen hast.
- Die Leitung so benennen, dass du sie am Gate wiedererkennst: „Japan“, nicht „SIM 2“.
Auf einem Android-Handy
- Einstellungen, Netzwerk und Internet, SIMs, SIM hinzufügen, eSIM einrichten. So lautet die aktuelle Formulierung auf einem Pixel. Andere Hersteller nennen denselben Bildschirm SIM-Manager.
- Dort den Punkt wählen, der nach Hilfe fragt oder die manuelle Eingabe anbietet. Wie er beschriftet ist, hängt vom Hersteller ab.
- Den Aktivierungscode eintragen. Viele Android-Versionen wollen die gesamte Aktivierungszeile in einem einzigen Feld statt in getrennten Feldern.
- Bestätigen und den Download abwarten, bevor du das Netz wechselst.
Tarife, die den Vergleich lohnen
Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.
Wenn der Anbieter die Angaben nicht herausgibt
Manche liefern nur ein Bild. Zwei Wege führen meist trotzdem weiter:
- Frag den Support direkt nach der SM-DP+-Adresse und dem Aktivierungscode. Für jedes Profil existieren beide. Ob die Oberfläche sie zeigt, ist eine Produktentscheidung und keine technische Grenze.
- Andernfalls zeigst du den Code auf einem zweiten Bildschirm an, auf einem Laptop, einem Tablet oder einem Ausdruck, und scannst ihn von dort. Es ist derselbe Code, nur eben nicht auf dem Handy, das ihn einrichten soll.
Wenn es gar nicht an der Eingabe liegt
Werden die Angaben angenommen und das Profil funktioniert trotzdem nicht, lag es nie an der Einrichtung. Grob nach Häufigkeit sortiert:
- Das Daten-Roaming ist für die Reiseleitung ausgeschaltet. Eine Reise-eSIM braucht es immer, siehe Roaming auf der einen Leitung an, auf der anderen aus.
- Das Handy hat einen SIM-Lock. Dann installiert sich das Profil und bucht sich anschließend in kein Netz ein. So prüfst du den SIM-Lock.
- Der Code war schon benutzt oder ist abgelaufen: Viele gelten nur eine begrenzte Zeit nach dem Kauf.
Einen Tarif kaufen, der sich sauber einrichten lässt
Ob die manuellen Angaben überhaupt veröffentlicht werden, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Das solltest du wissen, bevor du mit einem Code am Flughafen stehst, der sich nicht scannen lässt. Richte die eSIM vor dem Abflug ein, dann bleibt Zeit zum Nachfragen. Tarife nach Reiseziel, sortiert nach Preis pro GB.
Häufige Fragen
- Kann ich eine eSIM einrichten, ohne den QR-Code zu scannen?
- Ja. Der Code trägt nur eine SM-DP+-Adresse und einen Aktivierungscode, und beide Plattformen lassen dich beides eintippen. Die Einrichtung läuft danach identisch ab.
- Wo finde ich die SM-DP+-Adresse und den Aktivierungscode?
- Meist neben dem QR-Bild in der Bestellmail oder in der App des Anbieters. Stehen sie dort nicht, kann der Support sie herausgeben, denn für jedes Profil existieren sie.
- Mein QR-Code lässt sich nicht scannen. Ist er kaputt?
- Meistens nicht. Kameras tun sich schwer mit Screenshots, mit kontrastarmen Ausdrucken und mit einem Code, der auf demselben Handy angezeigt wird. Die manuelle Eingabe umgeht alle drei Fälle.
- Kann ich denselben Aktivierungscode zweimal verwenden?
- Nein. Er lässt sich einmal einlösen und ist danach verbraucht. Wenn ein Versuch halb durchgelaufen ist, lass dir vom Anbieter einen neuen ausstellen, statt denselben Code erneut einzutragen.






