Wie eine eSIM Tatsächlich Funktioniert

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Ein Mobilfunkmast vor einem wolkenlosen blauen Himmel.
Ob deine SIM aus Plastik oder aus Software besteht, ist dem Mast gleichgültig. Er prüft das Profil, und darin liegt der ganze Trick.

Eine physische SIM-Karte ist ein winziger Computer, der ein Geheimnis hütet. Dieses Geheimnis belegt einem Netz gegenüber, dass du dort einen bezahlten Anschluss hast, und das Plastik existiert nur, damit der Computer in dein Handy gelangt. Eine eSIM behält den Computer, fest verlötet, und liefert das Geheimnis stattdessen über das Internet.

Suchst du die praktische Version, also was sich auf Reisen ändert und ob dein Handy überhaupt mitspielt, dann beginne bei was eine eSIM ist. Auf dieser Seite geht es um den Mechanismus.

Die Hardware: der eUICC-Chip

Das Bauteil heißt eUICC, ausgeschrieben embedded universal integrated circuit card. Es ist ein Secure Element, also dieselbe Art von Baustein, in dem auch Zahlungsdaten liegen, und es ist so konstruiert, dass sich nicht wieder auslesen lässt, was einmal hineingeschrieben wurde. Erfunden hat das kein einzelner Hersteller: Dahinter steht eine Spezifikation der GSMA, und genau deshalb passt dasselbe Profilformat auf jedes Handy und zu jedem Anbieter.

Wichtig wird der Chip durch eine Eigenschaft: Er trägt mehrere Profile gleichzeitig. Eine physische SIM-Karte steht für genau einen Anschluss pro Stück Plastik, eine eUICC speichert üblicherweise acht oder mehr, und wie viele davon gleichzeitig laufen, entscheidet das Handy und nicht der Chip. Apples Seite zu Dual SIM im iPhone-Benutzerhandbuch nennt für das iPhone 13 und neuere Modelle zwei aktive eSIMs. Genau deshalb liegen deine Heimleitung und ein Reisetarif auf demselben Gerät, ohne dass du irgendetwas tauschen musst.

Das Profil: eine SIM ohne Plastik

Ein Profil sind genau die Daten, die sonst auf dem Plastik lägen: die Teilnehmerkennung, die kryptografischen Schlüssel, die sie belegen, und die Einstellungen für das Netz. Ein Download schreibt eben das in die eUICC. „Eine SIM herunterladen“ ist deshalb wörtlicher gemeint, als es klingt. Es fehlt nur das Plastik.

Profile werden für genau ein Gerät ausgestellt. Die eUICC trägt eine eigene Kennung, die EID, und das Profil wird für diesen einen Chip vorbereitet. Deshalb lässt sich ein QR-Code in aller Regel nur einmal einlösen. Holst du eine Leitung auf ein neues Handy, wandert das Profil nicht mit: Bei den Übertragungswegen, die inzwischen beide Plattformen anbieten, etwa Googles Anleitung, eine SIM auf ein neues Handy zu übertragen, stellt der Netzbetreiber ein frisches Profil für den neuen Chip aus, und das klappt nur dort, wo er es unterstützt. Der Umzug selbst ist dann schnell erledigt.

Tarife, die den Vergleich lohnen

Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.

Was im QR-Code wirklich steckt

Nicht das Profil. Der Code trägt eine Adresse, nämlich die eines SM-DP+-Servers, und dazu einen Aktivierungscode. Dein Handy meldet sich bei diesem Server, zeigt den Aktivierungscode und seine EID vor, und der Server schickt über eine verschlüsselte Verbindung ein Profil zurück, das für diesen einen Chip vorbereitet wurde.

Warum die Laufzeit erst mit der Aktivierung beginnt

Ein heruntergeladenes Profil sagt dem Netz noch nicht, dass du angekommen bist. Der Tarif startet meist dann, wenn sich das Profil zum ersten Mal in ein Mobilfunknetz einbucht, denn das ist der erste Moment, in dem der Betreiber dich überhaupt etwas verbrauchen sieht.

Dieser Mechanismus macht „zu Hause einrichten, nach der Landung aktivieren“ bei den meisten Tarifen zu einem sicheren Rat. Und deshalb lohnt es sich, die wenigen Tarife, die schon beim Kauf zu laufen beginnen zu erkennen, bevor du bezahlst.

Warum Löschen fast immer endgültig ist

Das Secure Element ist so gebaut, dass sich Zugangsdaten nicht herausholen lassen, sondern nur hineinschreiben und löschen. Es gibt keine Kopie des Profils, aus der sich etwas zurückholen ließe: nicht im Backup, und beim Anbieter nicht in einer Form, die dein Handy annehmen würde. Ein Profil wiederherzustellen heißt, ein neues auszustellen. Diese Bauweise ist der Grund, warum das Löschen unumkehrbar ist, und nicht etwa ein Versehen in der Software.

Was daraus für die Tarifwahl folgt

Der Mechanismus ist bei allen Anbietern derselbe: derselbe Chip, dasselbe Profilformat, dieselben Server. Unterschiedlich ist das Kaufmännische, also der Preis pro GB, wie lange ein Tarif läuft, ob du ihn aufladen kannst und in welchem lokalen Netz du am Ende tatsächlich landest. Wir bilden unsere Rangfolge nach der ersten dieser Zahlen und zeigen dir den Rest, sortiert nach Reiseziel oder nach Anbieter.

Häufige Fragen

Ist eine eSIM unsicherer als eine physische SIM-Karte?
Nein. Die eUICC ist ein Secure Element derselben Klasse, und Profile kommen über eine verschlüsselte Verbindung auf das Gerät. Angreifbar ist sie eher weniger, denn es gibt keine Karte, die jemand aus dem Handy ziehen könnte.
Wie viele eSIM-Profile passen auf ein Handy?
Gespeichert werden meist acht oder mehr. Wie viele gleichzeitig laufen, entscheidet das Handy und nicht der Chip, und das ist die Grenze, die in der Praxis stört: Am Speicher scheitert es selten.
Was ist eine EID?
Die Kennung des eUICC-Chips selbst, zu unterscheiden von der IMEI. Profile werden für eine bestimmte EID vorbereitet, weshalb sie sich nur auf einem Gerät einrichten lassen. Wähle *#06#, dann siehst du beide Nummern.
Können sich zwei Handys ein eSIM-Profil teilen?
Nein. Ein Profil gehört zu genau einer eUICC. Zwei Geräte brauchen zwei Profile, und deshalb geben Familientarife getrennte Codes aus statt eines gemeinsamen.

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