Wie der Code Deiner Bank Dich Auch im Ausland Erreicht

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Eine Reisende steht mit dem Koffer in einer Flughafenhalle und blickt nach unten auf ihr Handy.
Dass ein Code ausbleibt, merkst du meist genau dort, wo du nichts mehr daran ändern kannst. Deshalb gehört diese Sache vor den Abflug.

Ein Einmalcode, kurz OTP, kommt als SMS an eine Rufnummer, und diese Rufnummer ist deine heimische. Mit dem Tarif, der gerade deine Daten trägt, hat sie nichts zu tun: Eine Reise-eSIM zu kaufen verschiebt die Codes nicht auf diese Leitung und kann es auch gar nicht. Damit ist die Frage enger, als sie aussieht, nämlich: Was muss für deine Heimleitung gelten, damit eine SMS dich auch in einem anderen Land erreicht?

Kurz gesagt: Die SIM muss in einem Handy stecken, das eingeschaltet und in irgendein Netz eingebucht ist. Eingehende SMS sind im Roaming fast überall kostenlos, und auf den meisten Geräten müssen dafür auf dieser Leitung nicht einmal mobile Daten aktiv sein.

Was auf der Heimleitung anbleiben muss

Drei Dinge, und nur das erste ist nicht verhandelbar:

  1. Die Heimleitung ist aktiv und eingebucht. Die physische SIM-Karte oder das eSIM-Profil steckt im Handy, die Leitung ist eingeschaltet, und sie hat ein Netz gefunden. Der Flugmodus ohne Ausnahmen bricht diese Bedingung, und die SIM herauszunehmen, um Platz für eine lokale zu schaffen, bricht sie ebenso.
  2. Sprach-Roaming ist auf dieser Leitung erlaubt. Eine SMS läuft über denselben Signalisierungskanal wie ein Anruf. Eine Leitung, für die das Roaming komplett gesperrt ist, nimmt deshalb auch keine entgegen.
  3. Daten-Roaming: optional, und meistens genau das, was aus bleiben sollte. Eine Text-SMS braucht es nicht. Dieser eine Schalter erzeugt die überraschenden Rechnungen, und ihn auszuschalten hält keinen einzigen Code auf.

Den dritten Punkt solltest du dir merken, denn der verbreitete Rat, „das Roaming abzuschalten“, zielt auf zwei verschiedene Schalter, und viele erwischen den falschen. Daten-Roaming aus, Leitung an: So sieht es richtig aus.

So teilst du Heimnummer und Reisedaten auf

Einfacher geworden ist das durch die eSIM, weil sie den Zielkonflikt aufgelöst hat. Ein Dual-SIM-Handy führt deine Heimleitung und einen Reisetarif gleichzeitig, du entscheidest dich also nicht mehr zwischen den Codes deiner Bank und bezahlbaren Daten. Apple beschreibt die Mechanik unter Dual SIM auf dem iPhone verwenden, und Google erklärt dieselbe Aufteilung für zwei SIMs in einem Pixel-Handy. Du legst fest, welche Leitung Anrufe, SMS und Daten übernimmt, und das Gerät hält sich von allein daran.

Diese Kombination funktioniert:

  • Heimleitung: an, Daten-Roaming aus. Damit kommen Anrufe und SMS weiterhin an, und im Leerlauf kostet die Leitung bei den meisten Tarifen nichts.
  • Reise-eSIM: an, und als Standardleitung für mobile Daten festgelegt.
  • Standardleitung für Anrufe: deine Heimatnummer, damit ein ausgehender Anruf weiterhin die Nummer zeigt, die deine Bank hinterlegt hat.

Leg die Datenleitung ausdrücklich fest, statt der Voreinstellung zu vertrauen. Ein Handy, das für Daten die Heimleitung nimmt, ist der teuerste Fehlgriff in diesem ganzen Thema, und bis zur Rechnung merkst du nichts davon.

Tarife, die den Vergleich lohnen

Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.

Wo es in der Praxis hakt

Ungefähr in der Reihenfolge, in der sich diese Ursachen tatsächlich herausstellen:

  • Die Heim-SIM wurde herausgenommen, um eine lokale einzusetzen. Wer physisch tauscht, gibt die Rufnummer auf und mit ihr jeden Code. Genau diesen Fehler macht eine eSIM überflüssig.
  • Eine Umleitung für Anrufe und SMS war noch aktiv. Eine vor Monaten eingerichtete Regel schiebt die Nachricht still weiter. Mit *#21# fragst du den Stand ab, mit ##002# löschst du sämtliche Regeln, nachzulesen in der Anleitung zu USSD- und GSM-Codes.
  • Die Bank stellt nicht ins Ausland zu, oder ihr SMS-Dienstleister tut es nicht. Manche Institute senden schlicht nicht an eine Leitung im Roaming. Von deiner Seite aus lässt sich daran nichts ändern, und deshalb fragst du besser vor der Reise nach.
  • Der Code landet in einer App statt in einer SMS. Viele Banken sind auf die Freigabe in der eigenen App umgestiegen. Die braucht Daten statt Empfang, und diese Daten darf ohne Weiteres die Reise-eSIM liefern.
  • Die Prepaid-Heimleitung ist verfallen. Eine Prepaid-Nummer kann ablaufen, während du unterwegs bist, und nimmt die Leitung mit.

Wenn die Heimleitung nicht mitreisen kann

Manchmal geht das wirklich nicht: eine abgelaufene Prepaid-Nummer, ein Diensthandy, eine Bank, die nicht ins Ausland zustellt. Hol den zweiten Faktor dann vor der Reise von der SMS weg, statt ihn hinterher retten zu wollen. In diese Richtung drängen die Standards ohnehin: Die aktuelle Fassung der NIST-Richtlinien zu digitaler Identität und Authentifizierung führt einen über das Telefonnetz zugestellten Code nur noch als eingeschränkt zulässiges Verfahren, weil Rufnummern neu vergeben und Nachrichten abgefangen werden.

  • Eine Authenticator-App erzeugt Codes aus einem gemeinsamen Geheimnis und der Uhrzeit. Damit kommt sie ganz ohne Empfang aus, auch im Flugmodus.
  • Die Freigabe in der Bank-App braucht nur eine Datenverbindung, und die liefert dein Reisetarif ohnehin.
  • Ein Sicherheitsschlüssel zum Anstecken braucht weder Netz noch Akku.
  • Ausgedruckte Ersatzcodes, getrennt vom Handy verwahrt, sind die Rückfallebene, wenn alles andere versagt hat.

Alle vier haben gegenüber der SMS denselben Vorteil: Keines davon hängt davon ab, dass ein fremdes Netz eine Nachricht an eine Leitung im Roaming zustellt.

Was du vor dem Abflug erledigst

Prüf die Umleitungen auf deiner Heimleitung, kläre mit der Bank, dass sie auch ins Ausland zustellt, verleg so viel wie möglich in eine Authenticator-App, und lass das Daten-Roaming auf dieser Leitung aus. Offen bleibt dann nur noch, woher die Daten kommen, und genau dort lohnt sich das Vergleichen: Zwischen einem Tarif aus der Ankunftshalle und einem konkurrenzfähigen liegt ein großer Abstand, und den muss niemand bezahlen. Vergleiche eSIM-Tarife für dein Reiseziel, bevor du losfliegst, und lass die Heimatnummer genau dort, wo sie ist.

Häufige Fragen

Brauche ich Daten-Roaming, um ein OTP zu empfangen?
Nein. Eine Text-SMS läuft über den Signalisierungskanal und nicht über mobile Daten, der Code kommt also auch bei ausgeschaltetem Daten-Roaming an. Die Leitung selbst muss eingeschaltet und in ein Netz eingebucht sein, und das ist ein anderer Schalter.
Kostet der Empfang einer SMS im Ausland etwas?
In den meisten Ländern und bei den meisten Tarifen ist der Empfang kostenlos, denn es zahlt der Absender. Das Senden im Roaming ist es meist nicht, eine Antwort auf die Code-SMS kann dich also mehr kosten als der Code selbst.
Kann ich das OTP stattdessen auf der Reise-eSIM bekommen?
Nur wenn du der Bank diese Rufnummer nennst, und die meisten Reise-eSIMs sind reine Datentarife ganz ohne Nummer. Andersherum wird ein Schuh daraus: Die Heimleitung nimmt die Codes, die eSIM trägt die Daten.
Verhindert der Flugmodus, dass Codes ankommen?
Ja, solange du den Mobilfunk für die Heimleitung nicht eigens wieder einschaltest. Auch mit erneut aktiviertem WLAN bleibt im Flugmodus das Mobilfunkmodul aus, eine SMS kann also nicht ankommen. Darüber stolpern vor allem die, die den Flugmodus gegen Roaming-Gebühren einsetzen.

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