USSD- und GSM-Codes: Die Liste, und Was Jeder Einzelne Bewirkt

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Nahaufnahme zweier Hände, die ein Handy halten, beide Daumen über der Zifferntastatur auf dem Bildschirm.
Jeden Code hier unten tippst du in die Telefon-App, statt ihn in einem Menü zu suchen. Genau deshalb verhält sich dieselbe Zeichenfolge in fast jedem Netz gleich.

Ein USSD-Code ist eine kurze Zeichenfolge, die mit einem Stern oder einer Raute beginnt und die du in die Telefon-App eintippst, um direkt mit deinem Netz zu sprechen: *#06# zeigt die IMEI, *#21# fragt nach, ob deine Anrufe umgeleitet werden. Das ist weder eine App noch eine Funktion, die ein Netzbetreiber freiwillig eingebaut hat. Die meisten dieser Codes sind genormt, und darum verhält sich derselbe Code auf einem Handy in Lissabon so wie auf einem in Manila.

Die Liste unten trennt die Codes, die fast überall greifen, von denen, die an deinem Netzbetreiber hängen. Genau diese Unterscheidung fehlt in den meisten Listen, und sie ist der Grund, warum ein Code, den du irgendwo gelesen hast, auf deinem Handy nichts zurückgibt.

USSD-Code oder GSM-Code: zwei Namen für dasselbe

Beide Bezeichnungen laufen durcheinander, und der Unterschied ist vor allem historisch. Was viele GSM-Codes nennen, sind die genormten Codes für Zusatzdienste aus 3GPP TS 22.030, der Spezifikation für die Bedienschnittstelle zwischen Mensch und Endgerät. Dieses Dokument ist der Grund, warum *#21# in jedem Netz dasselbe bedeutet: Einschalten ist *SC*SI#, Ausschalten #SC*SI#, Abfragen *#SC*SI#, wobei SC ein zwei- oder dreistelliger Dienstcode ist.

USSD selbst, Unstructured Supplementary Service Data, ist der Transportweg darunter: eine offene Sitzung zwischen Handy und Netz. Netzbetreiber nutzen ihn für die Codes, die nur ihnen gehören, also Guthabenabfrage, Aufladung, Tarifmenü. Praktisch gilt damit die Regel, dass ein genormter Code überall funktioniert und ein Code des Netzbetreibers nur in dessen Netz.

Die Codes, die in fast jedem Netz greifen

Diese Codes stammen aus der Spezifikation und nicht von deinem Netzbetreiber. Genau deshalb lohnt es sich, sie im Kopf zu behalten:

  • *#06# zeigt die IMEI und auf einem eSIM-fähigen Handy die EID gleich daneben. Der einzige Code, der ohne eingelegte SIM und ohne jeden Empfang antwortet.
  • *#21# fragt die bedingungslose Rufumleitung ab. Die Antwort sagt dir, ob jeder Anruf umgeleitet wird, und an welche Nummer.
  • *#61# fragt die Umleitung ab, die greift, wenn du nicht abnimmst, samt der Klingeldauer davor.
  • *#62# fragt die Umleitung ab, die greift, wenn dein Handy nicht erreichbar ist. Das ist die, über die üblicherweise die Mailbox läuft.
  • *#67# fragt die Umleitung ab, die greift, wenn deine Leitung besetzt ist.
  • ##002# löscht sämtliche Umleitungsregeln auf einen Schlag. Das grobe Werkzeug, und das richtige, wenn du nicht weißt, was gesetzt ist.
  • *#30# zeigt, ob dir bei eingehenden Anrufen die Rufnummer des Anrufers angezeigt wird. Das ist CLIP, Dienstcode 30 in der Spezifikation, und es zeigt in die Gegenrichtung zu CLIR weiter unten.
  • *#43# zeigt, ob das Anklopfen eingeschaltet ist. *43# schaltet es ein, #43# schaltet es aus.
  • *#31# zeigt, ob deine Rufnummer gegenüber dem Angerufenen unterdrückt wird. Das ist CLIR, Dienstcode 31. Stellst du einem einzelnen Anruf #31# voran, bleibt nur dieser eine Anruf anonym.

Abfragecodes sind ungefährlich: eine Frage, eine Antwort auf dem Bildschirm, keine geänderte Einstellung. Etwas verändern nur die Codes ohne Raute hinter dem Stern, also die setzenden.

Tarife, die den Vergleich lohnen

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Rufumleitung: die vier Regeln im Einzelnen

Bei der Rufumleitung zahlen sich diese Codes am ehesten aus, denn das Einstellungsmenü zeigt nicht immer jede Regel, die gesetzt ist. Eine Leitung kann bei Besetzt umleiten und dabei völlig unauffällig aussehen.

  • *21*Rufnummer# richtet die bedingungslose Umleitung auf diese Nummer ein. #21# hebt sie auf, *#21# fragt sie ab.
  • *61*Rufnummer*11*Sekunden# leitet um, wenn du nicht abnimmst, nach einer Wartezeit deiner Wahl, in Fünf-Sekunden-Schritten bis dreißig.
  • *62*Rufnummer# leitet um, wenn das Handy aus ist oder außerhalb der Abdeckung liegt.
  • *67*Rufnummer# leitet um, wenn die Leitung besetzt ist.

Auf dem iPhone stecken dieselben Einstellungen unter Einstellungen, Apps, Telefon, im Bereich für die Rufumleitung. Apple beschreibt, wie du die Rufumleitung auf dem iPhone einrichtest. Das Menü zeigt allerdings nur die bedingungslose Variante. An die bedingten Regeln kommst du über die Codes, in vielen Netzen ausschließlich so.

Warum ein Code manchmal ins Leere läuft

Vier Gründe, ungefähr in der Reihenfolge, in der sie sich als Erklärung herausstellen:

  1. Es ist ein Code des Netzbetreibers und kein genormter. Guthaben- und Aufladecodes gehören immer nur zu einem Netz, und deshalb gibt eine Liste, die für einen US-Netzbetreiber geschrieben wurde, auf einer europäischen SIM nichts zurück.
  2. Die Leitung hat keinen Empfang. Alles außer *#06# muss das Netz erreichen.
  3. Du bist auf der falschen Leitung. Ein Dual-SIM-Handy führt den Code auf der Leitung aus, die in der Telefon-App eingestellt ist, und so landet ein Code, der deiner Reise-eSIM gelten sollte, auf deiner Heimatnummer.
  4. Das Netz bietet diesen Zusatzdienst nicht an. Fragst du etwas ab, das ein Netzbetreiber nie eingerichtet hat, kommt eine Fehlermeldung zurück und kein Nein.

Codes, die ein verstecktes Technikmenü versprechen, sind ein Fall für sich: Manche gibt es wirklich, die meisten wandern so lange von Liste zu Liste, bis niemand mehr weiß, für welche Handys sie je galten, und einige gehören zu genau einem Hersteller und einem Firmware-Stand. Nichts aus der Liste oben fällt in diese Kategorie.

Die zwei Codes, die auf Reisen zählen

Vor allem zwei. Vor der Abreise sagt dir *#06#, ob das Handy eine EID hat und damit überhaupt eine eSIM aufnehmen kann: keine EID, keine eSIM, und kein Update ändert daran etwas. Diese eine Prüfung klärt zuverlässiger als jede Kompatibilitätsliste, ob dein Handy eSIM unterstützt. Unterwegs beantworten *#21# und *#62# die Frage, die Reisende wirklich haben, nämlich warum Anrufe oder Bankcodes nicht ankommen: meist eine Umleitung, die vor Monaten gesetzt und vergessen wurde, manchmal die Mailbox, die auf einer roamenden Leitung dazwischengeht.

Auf einem Dual-SIM-Aufbau wiegen die Umleitungsprüfungen schwerer, und so reisen inzwischen die meisten: die Heimatnummer bleibt für Anrufe und Einmalcodes aktiv, die Daten trägt eine Reise-eSIM. Planst du es so, klärst du am besten zuerst, woher die Daten kommen: vergleiche eSIM-Tarife nach Reiseziel und sieh dir den Preis pro GB an, bevor du am Flughafen kaufst.

Häufige Fragen

Kann ich USSD-Codes bedenkenlos wählen?
Die Abfragecodes ja: Alles in der Form *#Code# stellt eine Frage und zeigt die Antwort, ohne eine Einstellung zu ändern. Die setzenden Codes sind harmlos, solange du sie selbst wählst, und gefährlich, sobald jemand anderes dich darum bittet, denn *21*Rufnummer# übergibt deine Anrufe und deine SMS-Codes an den Besitzer dieser Nummer.
Warum antwortet *#06# auch ohne SIM-Karte?
Weil das Handy selbst antwortet und nicht das Netz. Die IMEI bezeichnet das Gerät, die EID den fest verbauten eSIM-Chip, und beide Nummern liegen lokal vor, also ganz ohne Empfang.
Funktionieren diese Codes auch auf einer eSIM?
Ja, denn eine eSIM ist ein Profil auf einem Chip und keine andere Art von Verbindung, also verhalten sich die Zusatzdienste identisch. Achte auf einem Dual-SIM-Handy nur darauf, welche Leitung die Telefon-App gerade nutzt: Der Code gilt für diese eine Leitung und nicht für beide.
Was unterscheidet einen USSD-Code von einer Kurzwahlnummer?
Ein USSD-Code öffnet eine Sitzung mit dem Netz und liefert die Antwort auf dem Bildschirm. Eine Kurzwahlnummer ist eine fünf- oder sechsstellige Nummer, an die du eine SMS schickst und die per SMS zurückschreibt. Netzbetreiber nutzen beides, oft für dieselbe Aufgabe, und deshalb kommt die Guthabenabfrage je nach Netz in der einen oder in der anderen Form.

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