SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode: Was in den Beiden Feldern Steht

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Reihen von Serverschränken in einem Rechenzentrum, von innen beleuchtet.
Die SM-DP+-Adresse gehört zu einer Maschine wie diesen. Eine eSIM einzurichten heißt: Dein Handy ruft dort an und fragt nach dem Profil, das unter deinem Code liegt.

Ein eSIM-QR-Code trägt zwei Angaben: den Domainnamen eines Servers und eine Referenznummer für das Profil, das dieser Server für dich vorbereitet hat. Der Server ist der SM-DP+, die Referenz ist der Aktivierungscode, und mehr überträgt ein Scan nicht. Das Profil selbst wird danach über das Internet von dieser Adresse heruntergeladen.

Das zu wissen lohnt sich, weil sich damit jede Fehlermeldung in diesem Thema erklärt. Eine falsche Adresse heißt, dein Handy hat den Laden nicht gefunden. Ein falscher oder längst eingelöster Code heißt, der Laden hat die Bestellung nicht gefunden.

Was in der Zeichenkette steht

Das Format hat sich kein Anbieter ausgedacht. Es steht in Tabelle 8 der GSMA-Spezifikation SGP.22 zur Fernbereitstellung von Profilen, und deshalb tragen dieselben zwei Felder auf jedem Handy, das eSIMs unterstützt. Die Felder trennt ein Dollarzeichen, ein vollständiger Code sieht so aus: 1$SMDP.GSMA.COM$04386-AGYFT-A74Y8-3F815.

  • Die führende 1 ist die Version des Formats. Alles andere muss ein Gerät als ungültig behandeln, an diesem Feld änderst du also nie etwas.
  • Die SM-DP+-Adresse ist ein vollständiger Domainname. Der sieht aus wie eine Webadresse, weil er eine ist: Dein Handy löst ihn auf und verbindet sich damit.
  • Der Aktivierungscode, in der Spezifikation Matching ID genannt, benennt die eine konkrete Bestellung. Erlaubt sind nur Großbuchstaben, Ziffern und Bindestriche.
  • Eine optionale Serverkennung, die selten vorkommt und festlegt, welches Zertifikat der Server vorzeigen muss.
  • Ein optionales Kennzeichen, das auf 1 steht, wenn zusätzlich ein eigener Bestätigungscode verlangt wird.

Insgesamt sind höchstens 255 Zeichen erlaubt. Steckt die Zeichenkette in einem QR-Code, statt getippt zu werden, verlangt die Spezifikation davor das Präfix LPA:. Genau deshalb beginnt ein ausgelesener Code mit LPA:1$ und ein von Hand eingegebener nicht.

Die Maschine hinter der Adresse

SM-DP+ steht für Subscription Manager Data Preparation, das Plus für die Variante der Architektur, die für Endkunden gedacht ist. Diese Maschine hält vorbereitete Profile bereit: Ein Netzbetreiber lässt eines anlegen, die Maschine speichert es verschlüsselt und rückt es nur an einen eUICC heraus, der sich ausweist. Dein Anbieter betreibt so eine Maschine entweder selbst oder mietet sich bei jemandem ein, und darum können zwei Marken ohne jede Verbindung zueinander Adressen derselben Domain ausgeben.

Auf deiner Seite arbeitet die LPA, der Local Profile Assistant, fest eingebaut in iOS und Android. Die LPA liest den Code, ruft die Adresse auf, weist nach, dass der Chip echt ist, und richtet ein, was zurückkommt. Zu sehen ist davon nichts, und wie Download und Chip zusammenspielen erzählt dieselbe Geschichte ausführlicher.

Tarife, die den Vergleich lohnen

Aktuelle Preise der Anbieter, die wir beobachten. Bezahlte Platzierungen. Wir nennen sie so, weil sie es sind.

Der Aktivierungscode ist kein Passwort

Deine Teilnehmerkennung ist er auch nicht. Er ist eine Referenz, auf die sich Netzbetreiber und Server bei der Bestellung geeinigt haben, und die Spezifikation verlangt vom Server, ausschließlich Codes zu bearbeiten, die er bereits kennt. Aus dieser einen Regel folgt fast alles, worüber Leute stolpern:

  • Ein vertippter Code wird sofort abgewiesen und nicht erst nach dem Download, weil unter dieser Referenz nichts hinterlegt ist.
  • Ein Code, der einmal eingerichtet wurde, ist verbraucht. Ein zweiter Versuch bringt nur eine Fehlermeldung, und weiter kommst du erst mit einem neu ausgestellten Code vom Anbieter.
  • Kleinbuchstaben kommen in Codes nicht vor. Liest du einen Code von einem Foto ab und kannst ein O nicht von einer 0 unterscheiden, ist der Zeichenvorrat ein echter Hinweis.
  • Ein Bestätigungscode, sofern das Kennzeichen gesetzt ist, kommt getrennt an. Damit weist der Anbieter nach, dass die kaufende und die einrichtende Person dieselbe sind.

Tippst du statt zu scannen, steht die Anleitung für beide Systeme in eine eSIM ohne QR-Code einrichten.

Wenn gar kein Code auftaucht

Ein wachsender Teil der eSIMs zeigt dir keine der beiden Zeichenketten mehr. Apple nennt mehrere Wege daran vorbei, darunter die Aktivierung durch den Netzbetreiber, der das Profil auf ein ihm bereits bekanntes Handy schiebt, und die Übernahme von einem anderen Gerät. Wie weit das inzwischen geht, zeigt Apples eigene Übersicht: Ein iPhone kann acht oder mehr eSIMs vorhalten und in den Einstellungen dazwischen wechseln, deren Codes längst verbraucht sind.

Außerdem kennt die Spezifikation einen Suchdienst. Ein Handy fragt dann bei einer bekannten Adresse nach, ob irgendwo ein Profil auf es wartet, und wird zum richtigen SM-DP+ weitergeschickt, ohne dass jemand einen Code eintippt. Wenn ein Anbieter schreibt, die eSIM „erscheine“ einfach, steckt meistens das dahinter.

Was das beim Kauf ausmacht

Die Art der Zustellung ist eine Eigenschaft des Tarifs, und eine der wenigen, die du vor dem Bezahlen prüfen kannst. Ein Anbieter, der dir Adresse und Code schriftlich gibt, lässt sich von einem Ausdruck aus einrichten, auf einem Handy ohne Kamerazugriff, im Flugzeug. Wer nur die eigene App unterstützt, macht dich davon abhängig, dass du diese App vom Ankunftsort aus erreichst, und das gelingt nicht überall.

Zwischen sonst gleichen Tarifen ist das ein echter Unterschied. Vergleiche Tarife für dein Reiseziel mit demselben Blick, den du auf den Preis wirfst: Das billigste Gigabyte nützt dir nichts, wenn es sich am Gate nicht einrichten lässt.

Häufige Fragen

Was ist eine SM-DP+-Adresse?
Das ist der Domainname des Servers, auf dem das für dich vorbereitete eSIM-Profil liegt, geschrieben als ganz gewöhnlicher vollständiger Domainname. Dein Handy verbindet sich mit dieser Adresse und fragt nach dem Profil, das dein Aktivierungscode benennt.
Wo finde ich SM-DP+-Adresse und Aktivierungscode?
Beim Anbieter, meist neben dem QR-Code in der Bestellmail oder in dessen App. Liest du den QR-Code selbst aus, bekommst du dieselbe Zeichenkette: zuerst LPA:1$, dann die Adresse, dann der Code, getrennt durch Dollarzeichen.
Warum wird mein Aktivierungscode immer wieder abgewiesen?
Entweder wurde er bereits benutzt, oder er passt zu nichts, was der Server vorrätig hat. Ein Code gilt genau einmal und besteht nur aus Großbuchstaben, Ziffern und Bindestrichen, ein verbrauchter Code und ein falsch gelesenes Zeichen führen also zur selben sofortigen Ablehnung. Lass dir vom Anbieter einen neuen ausstellen, statt es noch einmal zu probieren.
Wozu dient der Bestätigungscode?
Das ist ein kurzer zweiter Code, den ein Anbieter zusätzlich zum Aktivierungscode verlangen kann und der in der Zeichenkette selbst angekündigt wird. Er sorgt dafür, dass der Besitz des QR-Codes allein zum Einrichten nicht ausreicht, und das zählt, sobald ein Code per Mail verschickt oder ausgedruckt wurde.

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